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Auf der Suche nach dem richtigen Wind

KÖTTER Consulting Engineers erstellt schalltechnische Gutachten für Windenergieanlagen

15. Dezember 2016

Rheine. Die Entwicklungen in der Windenergiebranche schreiten stetig voran. Sichtbar wird dies durch eine wachsende Anzahl von Windenergieanlagen und deren immer größere Dimensionen hinsichtlich Turmhöhe oder Rotordurchmesser. Dies wiederum führt zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit in der Bevölkerung im Hinblick auf die Umwelteinwirkun-gen der Anlagen. Auch die Unternehmen in der WindRegion Münsterland – ein von der EU und dem Land NRW bis 2019 gefördertes Projekt zur Stärkung von regionalen Netzwerkstrukturen in der Windenergiebranche – nehmen sich dieser Thematik an.

Das unabhängige, beratende Ingenieurunternehmen KÖTTER Consulting Engineers aus Rheine (und einer weiteren Niederlassung in Berlin) hat sich seit seiner Gründung 1978 auf die Ursachenanalyse und Lösung von Problemen im Bereich der Schall- und Schwingungstechnik spezialisiert. Die Vielfalt der Kunden umfasst nahezu alle Branchen. Insbesondere die Windenergiebranche ist für KÖTTER Consulting Engineers heute ein wichtiges Geschäftsfeld, das aufgrund seiner sehr spezifischen Herausforderungen von einer eigenen Fachabteilung ‚Windenergie‘ unter der Leitung von Oliver Bunk betreut wird.

Bei der Erstellung von Schall- und Schattenwurfprognosen geht es darum, in der Pla-nungsphase zu klären, wo Windenergieanlagen aufgestellt und mit welcher Betriebsweise sie gefahren werden dürfen. Durch die Vermessung der Anlagen vor Ort kann geprüft werden, ob die vom Gesetzgeber vorgegebenen Richtwerte eingehalten werden. Die Ingenieurbüro KÖTTER Consulting Engineers empfiehlt Maßnahmen, die die gemesse-nen Schallimmissionen auf ein erlaubtes Maß reduzieren. Manchmal muss der Betreiber dabei auch Einschränkungen im Hinblick auf die Betriebsweise in Kauf nehmen.

Zur Bewältigung der komplexen Aufgabe einer schalltechnischen Vermessung von Windenergieanlagen gehört eine gute Planung durch hochqualifizierte Spezialisten mit viel Erfahrung sowie das notwendige Mess-Equipment. „Jeder Standort hat seinen eige-nen Charakter, es gibt kein Schema F“, so Oliver Bunk. Wann, wo und wie eine Anlage vermessen wird, damit am Ende auswertbare und belastbare Daten vorliegen, entschei-den und beraten die Experten von KÖTTER Consulting Engineering bei jedem Standort neu. Die Messungen hängen dabei von verschiedenen äußeren Faktoren ab und sowohl die Auftraggeber als auch die Messteams werden oft durch nicht vorhersagbare Launen der Natur auf eine Geduldsprobe gestellt. Die stärkste Abhängigkeit ist durch Wind und Wet-ter gegeben, denn vor allem die Windstärke und -richtung müssen stimmen. Auch Schnee, Eis oder starker Regen behindern die Messung. Oliver Bunk erläutert: „Wir ha-ben natürlich Software im Einsatz, die uns präzise, geodifferenzierte Wetterdaten liefert. Da wird auch berücksichtigt, ob eine Windenergieanlage auf einem Hügel steht und dort vielleicht mehr Wind als unten im Tal weht. Eine gewisse Unsicherheit bleibt jedoch im-mer und bei weiter entfernten Standorten können sich die Bedingungen bis zur Ankunft des Messteams auch ändern.“

Des Weiteren erschweren andere Emissionsquellen wie nahegelegener Verkehrslärm oder Blätterrauschen durch Vegetation die Messungen. Ein weiterer Faktor, der beachtet werden muss, ist die Messung bei Nacht. Nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) darf beispielsweise nachts in reinen Wohngebieten ein Schallpegel von 35 dB(A) nicht überschritten werden. Um dies zu überprüfen, müssen die Messteams schon mal eine Nachtschicht einlegen und es dauert oft viele Stunden, bis alle relevanten Zustände eingetreten sind. Oliver Bunk kommentiert augenzwinkernd: „Man freut sich schon mal, wenn ein Betreiber oder Anwohner mit einer Tasse Kaffee vorbeikommt.“ Geschäftsführer Johann Lenz resümiert: „Als unabhängiges Ingenieurbüro berücksichtigen wir die Interessen von Betreibern und Anwohnern und erstellen unsere Gutachten auf Basis der zugrundeliegenden Normen und Richtlinien.“

Um zukünftig Umwelteinwirkungen durch Windenergieanlagen zu reduzieren, bedarf es einer stetigen Forschung und (Weiter-) Entwicklung von einzelnen Komponenten oder Bauteilgruppen der Anlagen. Die WindRegion Münsterland bietet diesbezüglich aufgrund der Vielfalt an Unternehmen sowie Institutionen entlang der Wertschöpfungskette ein enormes Potenzial, um die Optimierung von Windenergieanlagen im gemeinschaftlichen Interesse voranzutreiben.

Projekt: Kompetenzregion Windenergie Münsterland. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union gefördert. Projektträger ist die EWG – Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH.